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Jan 13

Mit den besten Vorsätzen ins neue Jahr

Virginia Woolf war zwar offensichtlich kein Gentleman, doch gewiss eine Gentlewoman. Gastautorin Rebecca Koch lässt sich zum neuen Jahr von der britischen Schriftstellerin inspirieren und widmet sich den traditionellen Neujahrsvorsätzen. Alljährlich werden jene kleinen und großen Vorhaben zum Jahresbeginn stets mit Begeisterung gefasst, doch schon wenig später kleinlaut fallengelassen. Der Gentleman-Blog präsentiert Neujahrsvorsätze von längerer Lebenszeit.

Warum in die Ferne schweifen…

Im Januar 1931 notierte Virginia Woolf in ihrem Tagebuch Folgendes:

Here are my resolutions for the next 3 months; the next lap of the year.
To have none. Not to be tied.
To be free & kindly with myself, not goading it to parties: to sit rather privately reading in the studio.
To make a good job of 
The Waves.
To stop irritation by the assurance that nothing is worth irritation [referring to Nelly].
Sometimes to read, sometimes not to read.
To go out yes—but stay at home in spite of being asked.
As for clothes, to buy good ones.

Bemerkenswert ist zuallererst, dass Woolf nicht gleich Vorsätze für das gesamte Jahr macht, sondern sich auf die nächsten drei Monate beschränkt. Große Pläne sind oft schwer einzuhalten, denn wer weiß schon, wie sein Leben in zwölf Monaten aussieht. Umstände ändern sich heutzutage oft schlagartig.

Arbeitsstellen werden manchmal genauso unerwartet gestrichen, wie neue Zukunftsaussichten am Horizont erscheinen. Es ist daher leichter, sich darauf zu besinnen, wie man ins neue Jahr starten möchte. Noch sind die Tage kurz, doch die Zeit bis Ende März ist nicht lang. Wie möchten wir uns dann fühlen, wie im Leben stehen? Welche kleinen Veränderungen können unseren Alltag verschönern?

Gute Vorsätze sind Einstellungssache

Virginia Woolfs Vorsätze sind weder konkrete Pläne noch strikte Vorgaben an sich selbst. Stattdessen haben sie eine zweideutige Leichtigkeit. Ihr erster Vorsatz ist daher ebenso humorvoll wie einfallsreich: keine Vorsätze zu machen.

Selbst wenn es zu ihrer Zeit beispielsweise schon Fitnessstudios gegeben hätte, sie würde sich nicht auferlegen, dort jede Woche zwei Mal zu schwitzen. Sie verschreibt sich stattdessen die Freiheit, das zu tun, was ihr gut tut. Dies kann durchaus heißen, von jetzt an weniger Kaffee zu trinken oder mehr zu Hause zu kochen. Die Motivation hierfür sollte jedoch in erster Linie das eigene Wohlbefinden sein.

Wenn man sich nach einer langen Joggingrunde großartig fühlt, dann hat man seinen Neujahrsvorsatz erfüllt. Wenn jedoch genau das Gegenteil zutrifft und man vom schlechten Gewissen geplagt wird, weil die Turnschuhe schon seit drei Wochen im Schrank anstauben, bleibt das Wohlgefühl mit dem guten Vorsatz auf der Strecke.

Weniger Strenge, mehr Motivation

Laut Woolf sollte man sich vornehmen, sich ab jetzt weniger zu ärgern. Ganz richtig bemerkt sie, dass die Dinge, die uns oft irritieren, bei näherem Hinsehen doch gar nicht so schlimm sind. Wer sich vornimmt, mit sich selbst und seinen Mitmenschen weniger streng zu sein, der wird schnell merken, dass man sich auf diese Weise eine neue Lebensqualität schaffen kann.

Die Bahn kommt schon wieder zu spät oder man wartet seit 90 Minuten im Wartezimmer beim Zahnarzt, obwohl der Termin bereits vor Monaten gemacht wurde? Die geschenkte Zeit kann man nutzen „zum Lesen oder auch nicht Lesen“. Denn manchmal ist nichts tun, sich vielleicht sogar ein bisschen zu langweilen und ganz unproduktiv die Zeit verstreichen zu lassen, ein wohltuender Luxus, den wir uns viel zu selten gönnen.

Investieren in sich selbst

Zu guter Letzt hat Woolf dann noch einen ganz konkreten Vorsatz und zwar, ab jetzt nur noch hochwertige Kleidung zu kaufen. Kleine Investitionen in Kleidungsstücke, in denen man sich wohl fühlt, sind immer auch eine Investition in uns selbst. Wenn sich die Kleidergröße einmal ändert, sollte man auch die Garderobe anpassen. Denn eine Hose, die am Bund zwängt oder eine Jacke, die lose an den Schultern hängt, ist schlecht fürs Selbstbewusstsein. Hochwertige Materialien und klassische Schnitte stehen jedem! Mit einer soliden Auswahl im Kleiderschrank ist man im Handumdrehen gut angezogen. So bleibt ab jetzt noch mehr Zeit für die schönen Seiten von 2017.

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Die Autorin

LogoAls Gastautorin berichtet Rebecca Koch über neueste Trends und klassische Stilfragen. Als Mitarbeiterin des britischen Luxus-Lederwaren-Unternehmens Maxwell Scott Bags lebt sie schon lange in Großbritannien und kennt sich mit der Tradition des britischen Gentlemans bestens aus.



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