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Mai 12

A Gentleman’s Guide to: Party mit Stil

Endlich Wochenende! Es ist Party-Zeit und auch ein Gentleman ist froh, wenn er am Freitagabend den Schreibtisch für zwei Tage verlassen kann. Zeit für gute Gespräche, nette Abende und puren Genuss. Dazu gehört auch mal ein Whiskey und eine Zigarre – aber bitte nicht zu viel des Guten. Auch wenn ein Gentleman gerne feiert, ein Partytier ist er nicht und er betreibt auch keinen übermäßigen Alkoholkonsum. Lesen Sie hier, wie Sie den Weg durchs Partygetümmel meistern, ohne unangenehm aufzufallen und als der Gentleman des Abends im Gedächtnis bleiben.

Zunächst einmal sei erwähnt, dass es natürlich viele verschiedene Arten von Party gibt. Clubbing ist natürlich etwas ganz anderes als eine gediegene Dinner Party und ein lockeres „Get-Together“ kann wiederum noch einmal ganz andere Züge annehmen. Egal wo es am Wochenende hingeht – ein Gentleman bleibt ein Gentleman und das macht sich an seinem Verhalten, dem Outfit und natürlich den Manieren bemerkbar. Lesen Sie hier den Guide für drei Feier-Situationen, die wohl jeder Gentleman schon mal erlebt hat.

Clubbing

Der Inbegriff von Party heute und wohl die Art von Beschäftigung, die ein Gentleman nicht unbedingt zu seinen liebsten zählt, ist der Clubbesuch. Dennoch, die Damen schwingen gerne einmal das Tanzbein zur Musik und mögen es, wenn ihre Tanzkünste bewundert werden. Ganz besonders freuen sie sich, wenn sie dabei von dem Gentleman ihrer Wahl begleitet werden – einen Gefallen, den er ihr also durchaus hin und wieder tun sollte.

Nun ist ein Club selten ein Ort ausgedehnter Höflichkeit, zivilisierter Gespräche oder für feine Manieren. In erster Linie geht es tatsächlich um schwitzende Körper, die sich auf der Tanzfläche bewegen und sich dabei „frei fühlen möchten“. Rücksichtnahme macht sich zumeist nur bei der Vermeidung von allzu viel Körperkontakt bemerkbar, was jedoch selten gelingt. Aber die Herzdame will, was die Herzdame will – also folgt ein Gentleman in den Club und passt darauf aus, dass der Dame nichts passiert.

Vor allem zwei Arten möglicher Schwierigkeiten können sich bei einem Clubbesuch ergeben: Das Outfit und der hohe Alkoholkonsum der Mitfeiernden. Beides kann zu unangenehmen Situationen und zu Flecken auf dem feinen Zwirn führen – der bleibt also während der Club-Nacht besser zu Hause im Schrank und wartet auf stilvollere Gelegenheiten. Stattdessen sollte sich das Outfit vor allem der Umgebung und dem Club anpassen. Häufig sind diese nämlich begleitet von Türstehern, die vor der Kasse schon aussieben, wer hineindarf und wer nicht. Gerade in Berliner Clubs herrscht eine strikte Kleiderordnung, so dass sich die Auswahl des Outfits vor allem daran orientieren sollte. Aktuelle Trends mit weißen Sneakern und Jacken aus verschiedenen Stoffen machen den Einlass in den Club mitunter leichter als es die eigenen Outfit-Vorstellungen tun würden. Die gute Nachricht: Ein weißes Hemd kommt nie aus der Mode, auch wenn Blue Jeans nicht unbedingt das sind, was die Jugend dazu tragen würde. Stilvoll darf es natürlich trotzdem bleiben, denn ein Gentleman bleibt sich selbst und seinem Stil stets treu.

Der hohe Alkoholkonsum der anderen Gäste kann auf persönlicher Ebene zu größeren Problemen führen. Hier ist es wichtig, mit dickem Fell an die Sache heranzugehen. Ein Mann, der die weibliche Begleitung belästigt, wird natürlich nicht einfach dabei beobachtet, aber ein Gentleman ist stets in der Lage, seine Konflikte mit Worten auszutragen – Frauen werden nur sehr ungern Zeuge von Gewaltszenen und die Freude an der Clubnacht wäre dahin.

Ist die Partynacht vorbei und der Weg nach Hause steht an, sollten auch hier die Manieren eines Gentleman zum Tragen kommen. Eine Dame geht nie gern alleine den Weg nach Hause, da sie sich dabei selten hundertprozentig sicher fühlt. Besser: Sie bis dorthin begleiten und ihr – wenn es fröstelt – die eigene Jacke umlegen. Eine Geste der alten Schule, die jedoch noch immer aktuell ist und sicherlich für stille Freude sorgt. Es sollte auch Rücksicht auf vor einem laufende Frauen genommen werden, die häufig schon nervös werden, wenn sie Schritte hören. Es ziemt sich dann, den Schritt zu drosseln und der Frau einen größeren Sicherheitsabstand zu gewähren, so dass sie sich sicher sein kann, dass von dem Mann hinter ihr keine Gefahr ausgeht – leider noch immer keine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Dinner Party

Viel eher dem gewohnten Terrain des Gentleman entspricht die Dinner Party. Genuss, gute Gespräche und nette Gesellschaft gehören dazu und machen den Abend angenehm. Dabei gibt es zwei Varianten: Entweder ist man selbst der Gastgeber oder man ist geladener Gast bzw. Begleiter. In beiden Fällen gehört es natürlich zum guten Ton, den (anderen) Gästen ein gutes Gefühl zu vermitteln und dafür Sorge zu tragen, dass niemand sich von der eigenen Anwesenheit gestört fühlt. Für ausreichend Wein und gute Gesprächsthemen zu sorgen, ist sowohl Aufgabe des Gastgebers als auch des Gastes.

Als Gast gehört es sich natürlich zu wissen, wohin und weswegen man eingeladen wird. Was wird gefeiert und für was interessieren sich die Gastgeber? Angemessene Kleidung, gute Laune und ein kleines Geschenk für den Gastgeber gehören zur Grundausstattung. Die Frage nach der Kleidung ergibt sich in erster Linie aus dem Dresscode für den Abend, der bei inoffiziellen Feierlichkeiten allerdings nur selten explizit angegeben wird. Meist sorgt man für einen positiven Eindruck, wenn man sich ein Quäntchen besser kleidet, als es die übrigen Gäste vermutlich tun werden. Daher sollte im Zweifel auf ein Hemd oder zumindest ein Polo-Shirt gesetzt werden, anstelle des einfachen T-Shirts. Ein kleines Mitbringsel unterstreicht den positiven Gesamteindruck noch. Hier ist eine Flasche Wein oft die sichere Wahl, alternativ auch Blumen oder eine andere kleine Aufmerksamkeit.

Als Gastgeber hingegen sollte in erster Linie für eine gute Organisation und einen möglichst reibungslosen Ablauf geachtet werden. Das Essen sollte so weit wie möglich vorbereitet werden, damit zum Zeitpunkt der Feier keine langen Gar- und Küchenzeiten den Gastgeber okkupieren und von den Gästen fernhalten. Menüvorschläge für ein gelungenes Dinner gibt es in den Weiten des Internets zuhauf, häufig auch einen Zeitplan dazu, der detailliert aufschlüsselt, wann was zu tun ist. Der Zeitplan des Menüs sollte im Vorfeld genau bedacht werden, damit die Gäste am Ende nicht zwei Stunden auf das Dessert warten müssen. Zu einem gelungenen Menü gehört auch der entsprechende Wein, in ausreichenden Mengen. Wer selbst beim Thema Wein weniger bewandert ist, kann hierzu den Weinhändler des Vertrauens befragen und am besten selbst verschiedene Weine verkosten. Für die gelungene Feierlaune lohnt es sich kurzfristig aufbaubare Gesellschaftsspiele in der Hinterhand zu haben und natürlich gute Musik, die die Stimmung hebt und den Tonus der Feier unterstreicht.

Get-Together

Lockere Zusammenkünfte im Park oder in einer Kneipe sind natürlich etwas ganz anderes als die Einladung zu einer Dinner Party oder ein Club-Abend. Aber auch hier lohnt es sich mit Höflichkeit, Zuvorkommen und Freundlichkeit zu brillieren. Runden geben und den Damen auch mal was zu trinken holen, statt sie selbst zur Bar gehen zu lassen, freundlich am Gespräch teilnehmen, Diskretion wahren, all das bewährt sich auch in diesem eher lockeren Umfeld.

Auch in einem festen Freundeskreis wird es immer wieder gern gesehen, wenn neue Vorschläge hinsichtlich der Location des nächsten Treffens aufkommen. Lockere Brauhäuser oder eine Bar mit einem speziellen Getränkeangebot liefern neue Inspiration und sorgen dafür, dass man nicht immer wieder in der altbekannten Lieblingskneipe landet. Die kann zwar wie eine zweite Heimat sein, sorgt aber auf Dauer auch für einen gewissen Stillstand in der Gruppendynamik.

Wird ein spontanes Get-Together zum Beispiel als Grillfest im Park ausgetragen, lohnt es sich natürlich auch hier, als höflicher Gast aufzutreten. Ein kleines Mitbringsel an die Allgemeinheit und das Mitbringen von eigenen Getränken und Grillgut – wenn denn gewünscht – gehören zum guten Ton und hinterlassen garantiert einen guten Eindruck.

Manieren zeigen und auf Partys glänzen, passt also exzellent zusammen und gehört zum Gesamtpaket eines echten Gentleman. Dabei sind Zugeständnisse an die Gruppe, den Gastgeber und auch das Umfeld des Treffens angebracht, aber Authentizität sollte immer im Vordergrund stehen. Ein Gentleman verbiegt sich schließlich nicht – er begegnet den gegebenen Umständen mit Stil und Höflichkeit.

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One Response to “A Gentleman’s Guide to: Party mit Stil”

  1. Hendrik sagt:

    Ich finde, dass die Clubszene hier sehr stark über einen Kamm geschert wird. Nicht alle Clubs sind asozial und voll mit Betrunkenen. Es gibt durchaus Clubs, in denen Höflichkeit wichtig ist und man nicht der einzige Gentleman ist. Denn in guten Lokalitäten gibt es auch die Möglichkeit „zivilisierte Gespräche“ zu führen – beispielsweise durch einen gesonderten Barraum – und zu tanzen.

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