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Dez 14

Es wird heiß – mit Weber’s Wintergrillen

Für einige Wochen im Sommer beherrscht der Mann des Hauses neben der Bar auch noch ein anderes Feld der heimischen Kulinarik: den Grill. Dank Jamie Purviance erobert der Mann diesen nun auch im Winter.

Ein Mann sollte grillen können! Richtig ausgestattet und mit dem entsprechenden Know-How ist das der einfache Weg, sich kulinarisch hervorzutun. Dabei muss es sich nicht auf die Klassiker der Sommerküche beschränken, wie das Buch Wintergrillen aus der Weber-Reihe von GU beweist. Wirken Bratwürste und Co. immer etwas grobschlächtig, wird hier gezeigt, wie viele Facetten das Grillen haben kann und das auch im Winter. „Wintergrillen bedeutet Lebensfreude, Spaß und ein wenig Romantik im Freien – gekrönt von wunderbarem Essen“, so die vielversprechende Einleitung. Zunächst erfolgen ein paar wenige einführende Seiten, die die Grundlagen des (Winter-) Grillens und ein paar entsprechende Tipps abdecken. Diese reichen von der richtigen Grillbekleidung, über das Einrichten bis hin zum Putzen des Grills – ja, meine Herren, der Gentleman genießt und putzt!

Von Suppe bis Dessert – alles vom Grill

Im ersten Rezept-Kapitel finden sich viele Neuinterpretationen von Klassikern, so z.B. in Cidre geschmorte Bratwürste mit Zwiebeln, aber auch etwas exotischere Gerichte, die für den Grill neu ausgelegt wurden, wie Flammkuchen, Türkische Lamm-Pie, Koreanische Burger oder marokkanisches Hähnchen. Für wen es weniger deftig sein soll, finden sich hier auch eine Vielzahl ausgefallener Fischrezepte, wie Lachs- Garnelen-Burger und Thunfisch-Tacos.

Das Kapitel „Suppen und Eintöpfe“ erscheint etwas gewollt. Einige der Rezepte sind jedoch wirklich gut und mit Bœuf Stroganoff, Rindergulasch und Kürbiseintopf sind auch echte Klassiker vertreten, die Mann durchaus im Repertoire haben kann. Das geräucherte Chili mit Pico de Gallo sollte man durchaus probieren, hat es doch das Potential, ein Grillklassiker zu werden – auch für den Sommer.

Spätestens seit Johann Lafer kennt wohl jeder das gegrillte Huhn auf der Bierdose, im Kapitel „Festtagsgerichte“ bekommt der etwas versiertere Koch (oder vielmehr Grillmeister) aber noch einiges mehr geboten. So findet sich nicht nur die klassische Weihnachtsgans ‚vom Grill’, sondern auch so manch anderes Schmankerl, das weit über den klassischen Festtagsbraten hinausgeht.

Selbst für Veggie-Lover ist in diesem Buch gesorgt. Bei gefülltem Kürbis, Artischockenherzen mit Thymian-Zitronen-Vinaigrette oder mit Quinoa und Nüssen gefüllten Süßkartoffeln wird sicher auch der ein oder andere ‚Fleischfresser’ schwach. Im Kapitel „Beilagen“ zeigt sich, dass es nicht immer Kartoffelsalat sein muss. Besonders die saisonale Prägung dieses Kapitels ist hervorzuheben und so ist gegrillte Schwarzwurzel das perfekte winterlichen Pendent zum gegrillten Spargel im Sommer. Einzig Kartoffelklöße mit Parmesan und Schnittlauch fallen hier negativ auf – nicht nur, dass sie nicht vom Grill sind, bei manchen Sachen sollte man es doch klassisch halten. (Gleiches gilt im Übrigen für den warmen Weihnachtsstollen amerikanischer Art.) Entschädigt wird man dafür im folgenden Kapitel mit Kreationen wie Glühweinsauce mit Cranberrys, die sicher ganz wunderbar zum vorher zubereiteten geräucherten Truthahn passt.?Wer jetzt noch nicht genug hat, kann seine Gäste zuletzt noch mit süßen Köstlichkeiten beeindrucken. Spätestens bei Apfelstrudel vom Grill sind Sie der Star des Abends. Und einer Portion Apfel-Cranberry-Crumble wird kaum einer widerstehen können.

Unser Fazit

Dieses Buch ist ideal für Fleischliebhaber und Grillfans, die nicht bis zum Sommer warten wollen, um in den Genuss von Steaks und Co. zu kommen. Einige Gerichte sind allerdings nur mit wirklich gut ausgestatteter Grillküche machbar und manches darf auch gerne weiterhin am heimischen Herd zubereitet werden. Dennoch ist dieses Buch alles in allem eine tolle Inspirationsquelle für jene, die Klassiker neu interpretieren wollen oder ihrer Winterküche einen neuen Twist geben wollen.

Und was gibt es romantischeres, als den Abend mit einem Glas Punsch am Lagerfeuer im Schnee ausklingen zu lassen? Also meine Herren: Ran an den Grill!

Weber’s Wintergrillen. Gräfe und Unzer. München 2014. 19,99 Euro.

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One Response to “Es wird heiß – mit Weber’s Wintergrillen”

  1. Daniel Waldmeier sagt:

    Für die Schweiz ist der Titel „Winter Grillen“ falsch. Im Winter gibt es keine Grillen – oder hört jemand jetzt draussen welche???
    Es heisst in der Schweiz „grillieren“!

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