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Jan 24

Berlin Fashion Week 2018

Grasgrün, Froschgrün oder doch Giftgrün? – Ivanman bei der MBFW 2018

Mut zur Farbe – auch in der Männermode. Davon versucht uns, der in Berlin ansässige Designer Ivanman (bürgerlich Ivan Mandžukic) schon seit Jahren zu überzeugen. Vor einem Jahr dominierte Lila den Laufsteg, letzte Saison war es ein Yves-Klein-Gedächtnis-Blau und für die Herbst-Winter-Saison erstrahlen die Statement-Pieces nun in Knallgrün. Stilbildendes Element auch dieses Mal: die Workwear. Speziell die, der Putzfrauen. Was zunächst mehr als unmännlich wirkt, schafft Ivanman in einen modernen Farb- und Mustermix zu transferieren, ohne die Alltagstauglichkeit seiner Mode außer Acht zu lassen.

Alles neu macht #mbfw – oder auch nicht

Groß waren sie, die Befürchtungen um die Berliner Modeszene, nachdem im letzten Sommer der Ausstieg von IMG als Hauptsponsor der Fashion Week Berlin publik wurde. Mancher befürchtete gar das Aus ebenjener. Doch am Ende war alles nur halb so schlimm. Mercedes-Benz blieb den Berliner Designern als Sponsor erhalten, der neue, alte Name MBFW (-B) war schnell gemerkt und Hashtag-tauglich obendrein. Das E-Werk in Mitte wurde als neue zentrale Event-Location auserkoren, nachdem das Zelt am Brandenburger Tor eingemottet worden war.

Zentrierter, fokussierter und aufs Wesentliche reduzierter sollte alles werden. Da die großen Player der Berliner Modeszene wie William Fan und Marina Hoermannseder aber auch weiter auf individuelle Locations setzten, war das mit der Konzentration auf einen Ort jedoch so eine Sache. Hinzu kam der traditionsreiche Berliner Salon (einst Berliner Modesalon) der deutschen Vogue, unter der Schirmherrschaft der Chefredakteurin Christiane Arp.

Männer, zeigt Mut zur Farbe

Auch wenn der Fokus der Berliner Modewoche eindeutig auf der Damenmode liegt, gibt es in der Riege der glücklichen Außerwählten immerhin einen Designer, welcher sich und seine Kollektion rein auf die Herrenmode fokussiert: Ivanman. Wie auch in der letzten Saison, schreckte er nicht vor Farben zurück und fand seine Inspiration in der Workwear. Dieses Mal war es die Uniform der Putzfrauen, welche Chefdesigner und Gründer Ivan Mandžukic zu neuen Höhenflügen inspirierte. Schon im Foyer des E-Werks stößt man bei der Installation des Künstlers auf Putzeimer und Gummihandschuhe. Letztere begegnen einem dann auch tatsächlich auf dem Laufsteg. Gemeinsam mit Taschen aus LKW-Planen, bilden sie in Gelb, Rot und Blau gestaltet einen auffälligen wie eingängigen Kontrast zur ansonsten in Schwarz und eben Giftgrün gehaltenen Kollektion. Eyecatcher sind außerdem ohne Frage die geblümten Mantel- und Jackenfutter sowie zwei bunt gemusterte, gestrickte Pullover.

Ansonsten hält sich die Kollektion in ihrer Formgebung dezent zurück und orientiert sich an klassischen Schnitten. Oversized-Mäntel treffen auf wollene Bundfaltenhosen. Slim-fit trifft auf Günter Kastenfrosch. Doch sowohl der Stil- als auch der Farbmix funktionieren. Die entstandene Kollektion für Herbst-Winter 2018/ 2019 benötigt zwar etwas Mut zur Farbe, wie vom Designer auch ausdrücklich gewünscht, weiß mit einem Mix aus klassisch und modern jedoch auch für das alltägliche Outfit zu überzeugen. Es muss ja kein Komplettlook sein.

Auch dieses Jahr entstanden die Showpieces in Zusammenarbeit mit den Maßkonfektionären von Monokel und die Liebe zum Detail kann man sehen. So sind auch die herunterhängenden Fäden an den Wollstücken nicht etwa Zeichen schlampiger Arbeit, sondern detailreiche Berechnung, die obendrein die Trends aus der Damenmode in die Herrenmode transportieren. Von deren Mut zur Mode dürfen sich die Herren von Welt nämlich gerne eine Scheibe abschneiden. Und wer sich erstmal langsam heranwagen will: Die Jackenärmel lassen sich umkrempeln, sodass die floralen Muster das kleine Geheimnis des Trägers bleiben können.

Bilder: 1-3, 6-11 ©Kowa-Berlin

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