Archive for the ‘Fashion - News & Stories’ Category

Jun 25

Im Schnitt besser

Maßschneiderei und Designerkleidung waren lange Zeit Gegensätze. Das Handwerk lieferte zeitlose Klassik, der Modemacher das passende Outfit zum Zeitgeist. Da der nun aber momentan stark vom Revival alter Werte geprägt ist, nähern sich die einstigen Rivalen plötzlich aneinander an. So präsentierte sich die Savile Row unter dem Titel „The London Cut“ auf der Herrenmodemesse Pitti Uomo in Florenz. Acht „bespoke tailors“, so der englische Terminus für den Maßschneider, waren stellvertretend für ihren Berufsstand angereist, um eine Werkschau aus den vergangenen Jahrzehnten zu präsentieren, darunter Anderson & Sheppard, der Schneider des britischen Thronfolgers Prinz Charles. Umgekehrt bauen die Modedesigner seit einigen Saisons verstärkt „sartoriale“ Details in ihre Kreationen ein, was der Konfektion einen Hauch von Schneiderarbeit verleihen soll. Hie und da ein bisschen was Handgesticheltes macht aber noch nicht den Maßanzug, sein entscheidender Vorteil liegt im individuellen Schnittmuster. Und das kann Stangenware nicht bieten.

Die weltbekannte Londoner Einkaufsstraße Savile Row

Die große Zeit der Savile Row war die so genannte goldene Ära zwischen den beiden Weltkriegen. Könige, Filmschauspieler, Industrielle, Diplomaten und Staatschefs pilgerten nach London, um sich dort nach Maß einkleiden zu lassen. Das englische Königshaus war weltweites Modevorbild, der Prince of Wales galt als globaler Trendsetter und Hollywoodstars wie Fred Astaire oder Douglas Fairbanks kopierten seinen Stil akribisch. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte ein langsamer Niedergang ein, allerdings gab Großbritannien in der männlichen Garderobe weiter den Ton an. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts tat sich jedoch eine wachsende Kluft zwischen der Welt der Maßschneiderei und dem übrigen Modegeschehen auf. Exakte Bügelfalten und dreiteilige Anzüge gegen zerrissene Jeans mit Schlag und T-Shirts.

Die Boomjahre der Achtziger bescherten der Straße dann ein Revival. Die Broker der Londoner City orderten die Anzüge zum Teil gleich im Dutzend und die zahlungskräftigen US-Kunden kamen in Scharen. Seit dem ersten Golfkrieg blieb dieses Klientel jedoch immer wieder aus, jeder Terrorangriff war ein Anschlag auf die Konjunktur. Gegenwärtig sind die Immobilienpreise der britischen Metropole die größere Gefahr. Selbst kleine Ladenlokale sind kaum noch bezahlbar und so machen sich immer mehr potente Designerlabels mit ihren schicken Boutiquen breit. Oft hilft den Schneidereien nur die Vergabe von Lizenzen an asiatische Modehäuser, deren Kunden sehr erpicht sind auf Krawatten oder Konfektion mit der prestigeträchtigen Provenienz „Savile Row“.

Maßschneiderei steht für Individualität

Die Fans des Sträßleins schätzen bei den dort ansässigen Schneidern das scheinbar Unzeitgemäße, Veränderungen betrachten sie mit Skepsis. Neue Kunden kann man allerdings nur mit einem aufpolierten Image gewinnen, deshalb haben einige der Traditionsadressen ihren Empfangsräumen ein moderneres Design verpasst. Dennoch ist der Straßenname weiterhin ein Gütesiegel für höchste Qualität. In den Ateliers wird überwiegend noch nach den gleichen Methoden und wie vor 30 oder 40 Jahren verfahren. Für einen einheitlichen Stil steht die Savile Row jedoch nicht. Anderson & Sheppard ist beispielsweise für seine extrem weiche, geradezu neapolitanisch anmutende Verarbeitung bekannt, Huntsman liefert eine eher eckige Schulterlinie, während Dege seine Anzüge mit der hohen Taille des Reitsakkos zuschneidet. Aber bei der Maßschneiderei ging es ja immer schon um Individualität. Und die kann Kleidung von Stange nicht liefern. Zum Glück für die Schneider.

Gastbeitrag von Stil-Papst Bernhard Roetzel, Autor des Buches “Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode”. Für den Gentleman-Blog schreibt er exklusive Kolumnen über Kleidung, Stil und Persönlichkeit eines Gentleman.

Jun 08

Große Shopping-Umfrage: Interessante Ergebnisse

Welche Kleidungsstücke kaufen Männer und Frauen am liebsten? Mit wem gehen sie am liebsten Shoppen? Und was nervt bei einer Shoppingtour am meisten? Das Mode- und Lifestyleportal Fashion.de hat eine repräsentative Umfrage mit über 1000 Teilnehmern zu den Shopping-Gewohnheiten von Männern und Frauen durchgeführt, mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

Nicht Frauen, Männer kaufen am liebsten Schuhe

Anders als man gemeinhin vermuten würde, stehen Schuhe bei den Frauen nicht auf Platz eins der Lieblings-Shopping-Beute. Stattdessen sind Schuhe allerdings bei den Männern das favorisierte Shoppig.Objekt (52 %). Die meisten Frauen (40 %) halten am liebsten nach neuen Oberteilen Ausschau, und “nur” 21 Prozent nach Schuhen.

Frauen brauchen keinen Grund zum Shoppen, Männer schon

Bei anderen Punkten treten die Unterschiede aber noch deutlicher zu Tage. Während 42 Prozent der Männer angaben, sich mit dem Kauf neuer Kleidung zum Beispiel “für einen Erfolg im Job” selbst zu belohnen, brauchen nur 12 Prozent der Frauen einen solchen Grund. 74 Prozent der Frauen geben an, dass Shoppen einfach Ihr Hobby ist oder sie einfach Shoppen gehen, wenn sie einfach das Gefühl haben neue Kleidungsstücke zu benötigen.

Männer shoppen mit der Partnerin, Frauen mit der besten Freundin

Die Mehrheit der Männer (60%) gibt an, am liebsten mit ihren Partnerinnen shoppen zu gehen. Umgekehrt zeigt sich aber ein gänzlich anderes Bild. Dort sind es lediglich 17 Prozent. Frauen gehen stattdessen lieber mit der besten Freundin (45%) oder auch alleine (36%) auf Shopping-Tour.

Warteschlagen an Umkleide und Kasse die größten Nervtöter

Für Männer ist eine lange Kassenschlage die nervigste Shopping-Nebenwirkungen (44 Prozent), gefolgt von der Unentschlossenheit der Partnerin (25 Prozent). Die Frauen hingegen reagieren gereizt, wenn sie nicht das finden, wonach sie suchen (41 Prozent), oder wenn langes Warten vor den Umkleiden den gewünschten Shoppingerfolg verzögert (27 Prozent).

Inspiration von der Straße

Inspiration in puncto Mode und Styling finden 46 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer im alltäglichen Leben wie zum Beispiel beim U-Bahn fahren, einkaufen oder spazieren gehen: Statt den Moden und Trends von Prominenten nachzueifern, schauen sie sich die Outfit-Ideen von Menschen „wie Du und ich!“ ab. Nur etwa 10 Prozent der befragten Männer und Frauen folgen in Modefragen Stars oder aktuellen Catwalk-Trends. Das zeigt deutlich: Die Individualisierung der Gesellschaft macht auch und erst Recht nicht bei der Mode halt.

Lesen Sie auch: Wieviel Geld die Deutschen für Kleidung ausgeben

Feb 11

Der Ursprung des Valentinstags und die Bedeutung der Blumen

Valentinstag gleich Blumentag. Jedes Jahr beglücken Männer am 14. Februar Frauen mit Blumen. Um den Ursprung des Valentinstags und des Blumenschenkens ranken sich viele Legenden. Eine der bekanntesten Legenden geht auf den katholischen Bischof Valentin von Terni zurück. Er soll im dritten Jahrhundert n. Chr. verliebte Paare trotz Verbot des Kaisers Claudius II. getraut haben. Den frisch Verheirateten soll er anschließend Blumen aus seinem eigenen Garten geschenkt haben.

Um den Valentinstag ranken sich viele verschiedene Legenden

In England und Frankreich geht der Valentinstag auf die Annahme zurück, dass der 14. Februar den Beginn der Paarungszeit der Vögel darstellt. So steht der Tag für das Erwachen der Frühlingsgefühle. Einer weiteren Legende zufolge, wurden der römischen Göttin Juno, Schützerin von Ehe und Familie, jeweils am 14. Februar Blumenopfer gebracht. Daraus ergab sich der Brauch, Frauen an dem Tag mit Blumen zu beschenken.

Eine weitere Legende geht auf einen alten Volksglauben zurück. Demnach heiraten Frauen den Mann, den sie am Valentinstag als erstes erblicken. Heiratswillige Männer überbringen ihrem Schatz deshalb schon früh morgens einen Blumenstrauß.

Es hält sich auch das Gerücht, der Valentinstag sei bloß eine Erfindung der Blumenindustrie. Wir können den Ursprung an dieser Stelle nicht aufklären. Stattdessen klären wir auf, welche beliebten Blumen für was stehen.

Die Bedeutung von Blumen und ihrer Farben

Der Klassiker unter den Blumengeschenken ist die Rose. Sie steht für Liebe. Je nach Farbe variiert die Bedeutung: Die Rote Rose steht für leidenschaftliche Liebe, eine rosafarbene Rose für Jugend und Schönheit, und die weiße Rose für Leidenschaft, Treue und Unschuld. Rosen können aber auch negative Dinge assoziieren: schwarze Rosen signalisieren Trauer und Schmerz, während gelbe Rosen in den meisten Fällen für Neid und Untreue symbolisieren.

Ebenso wie die Rose steht auch die Tulpe für Liebe und Zuneigung. Dabei gilt: Je dunkler die Blume, desto größer die Leidenschaft. Darüber hinaus bedeutet das Verschenken von roten Tulpen eine Liebeserklärung, während blaue Tulpen für Treue stehen.

Die Ranunkel hat aufgrund ihrer Blattform auch den Namen Hahnenfuß bekommen. Mit ihren gefüllten Blüten stehen sie für Attraktivität und Anziehungskraft. Ein Strauß Ranunkel sind somit auch immer ein Kompliment des Mannes für die Frau.

Die Hyazinthe kann viele Farben annehmen. hat viele Farben im Frühling in vielen zarten Farben blühenden Hyazinthen bedeuten Wohlwollen. Unter Liebenden können die süßlich duftenden Pflanzen den Wunsch nach mehr Zuneigung oder ein Treueversprechen signalisieren.

Zum Schluss, die Lilien: Sie sind ein Zeichen für Reinheit und Süße.

Jan 03

Gestatten, »Beau« Brummel!

Der Dandy

Im Gentleman-Blog dreht sich alles um Geschmack, Stil und gutes Benehmen. Eben all die Eigenschaften, die gemeinhin mit einem Gentleman assoziiert werden. Heute widmen wir uns einmal einer, man könnte beinahe sagen, Unterkategorie des Gentleman: dem Dandy. Der Engländer George Bryan »Beau« Brummel ist der Ur-Dandy schlechthin. Er verhalf der Männerwelt zu einem ganz neuen modischen Bewusstsein und war der erste »It-Boy« Londons.

Der Dandy verabscheut das Grelle, Laute und Parfümierte

Ein Dandy ist historisch betrachtet eine besondere Art des Gentleman. Er legt sehr großen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und kombiniert dies mit den perfekten Manieren eines Gentleman. Der Dandy verabscheut das Grelle, Laute und Parfümierte. Sein Augenmerk gilt dem perfekten Stil und Auftreten. Zu jedem Anlass die passende Kleidung zu tragen, erhebt der Dandy zum Lebenszweck. Oft wird in diesem Zusammenhang der Schriftsteller Oscar Wilde (1854-1900) als archetypischer Dandy genannt, da seine Lebensweise sich wunderbar in dieses Muster einfügt. Doch bereits 76 Jahre vor Wild erblickte in London George Bryan Brummel das Licht der Welt. Bevor er 1840 verarmt in Frankreich starb, hatte er sich den Beinamen »Beau« erarbeitet und seinen Platz in der Geschichte erobert.

Brummel, Sohn eines Privatsekretärs von Lord North, der ihm nach seinem Tod 1794 die damals stattliche Summe von mehr als 20.000 Pfund hinterließ, hatte frühzeitig Kontakt zur adligen Klasse, obwohl fern von ihr geboren. Er erregte die Aufmerksamkeit von Prinz George unter dessen Einfluss er 1796 den militärischen Rang eines Captains errang. Als sein Regiment kurze Zeit später jedoch ins triste Manchester verlegt werden sollte, dankte Brummel ab. Finanziell gut ausgestattet und versehen mit Kontakten in die besten Kreise, bezog er Quartier im Zentrum Londons und frönte fortan seinem extravaganten Lebensstil.

Brummel propagierte die neue Schlichtheit in der Mode

Er beeindruckte im ausgehenden 18. Jahrhundert die Londoner Society. Brummel kultivierte seine Kleidung, sein Auftreten, die Körperpflege und seinen Wortwitz. In einer Zeit, wo die Herren der adligen Kreise noch ganz der höfischen französischen Mode folgten, propagierte Brummel bereits die neue Schlichtheit. Er erschien ungepudert, unparfümiert und ohne Perrücke. Dennoch benötigste er eigenen Angaben zufolge fünf Stunden um sich anzuziehen. Seine Rasur war makellos. Ebenso die Kleidung. Er trug – noch absolut untypisch für diese Zeit – einen modernen Herrenanzug und dazu ein schnörkelloses und glattes Jackett. Seine Füße schmückte die Bottine, eine geschnürte Herrenstiefelette. Der Hals wurde von einer gewieft geknoteten Krawatte dekoriert. Alles war natürlich frisch gewaschen und in bester Form. Sein Kleidungsstil und die Art sich zu geben erlangte unter der Bezeichnung »Dandy« Berühmtheit.

»Beau« Brummel erster »It Boy« Londons

Lange bevor es die breite Medienberichtserstattung und die Yellow-Press gab, wurde George Bryan Brummel so zum ersten »It Boy« Londons und erhielt seinen Spitznamen »Beau«. Er war quasi ein früher Vorläufer der heutigen Celebrities, die einfach nur berühmt sind für ihr Berühmtsein ohne dabei einer ernsthaften Beschäftigung nachzugehen.

»Beau« Brummel wurde so zu einer frühen Stilikone und seine geradezu pingelige Auffassung von sauberen Zähnen, tadelloser Rasur und eines täglichen Bades fand viele Nachahmer – ja machte diese Hygienevorstellungen gar populär.

Brummel rät: Stiefel nur mit Champagner putzen!

Zu einem richtigen Dandy und Celebrity gehören natürlich auch unglaubliche Anekdoten und Klatsch. »Beau« Brummel hat auf diesem Terrain wirklich einiges zu bieten. Der Legende nach soll er sich seine Handschuhe stets von zwei verschiedenen Fabrikanten angefertigt gelassen haben. Der eine war für die Daumen zuständig, der andere für die Finger. Angeblich vertraute er beim Schnitt der Haare gleich auf drei Friseure. Einer war für die Stirnpartie verantwortlich, ein anderer für die Seiten und der Dritte für den Hinterkopf. Für die Träger von Herrenstiefel, die er populär machte, hatte er den Rat parat, die Stiefel ausschließlich mit Champagner zu putzen.

Brummels Aufstieg folgt ein tiefer Fall

Doch natürlich kein Aufstieg ohne Fall. Und »Beau« Brummel sollte tief fallen. Bedingt durch seinen Verkehr in reichen Kreisen geriet er auch an das Glücksspiel. Im Gegensatz zu seinen adligen Mitspielers waren seine monetären Reserven jedoch arg begrenzt. Dies stellte so lange kein Problem dar, wie er auf einen Kredit bei seinen wohlhabenden und einflussreichen Freunden hoffen konnte. Doch im Jahr 1813 folgte der Bruch mit seinem Freund Prinz George. Zwei Jahre zuvor wurde dieser, bedingt durch den schlechten Gesundheitszustand seines Vaters George III., zum Prinzregenten des Vereinigten Königreichs von Großbritannien ernannt (und 1820 sogar zum König). Der neue Herrscher trennte sich daraufhin von alten, jetzt als ungebührenden Umgang empfundenen Weggefährten. So auch von Brummel. Auf einem Maskenball im Juli 1813 stand »Beau« Brummel zusammen mit seinen Freunden Lord Alvanley und Henry Pierrepoint, als der Prinzregent dazustieß. Er begrüßte lediglich Alvanley und Pierrepoint. Brummel schnitt er. Diese Respektlosigkeit veranlasste »Beau« zu folgender waghalsiger Frage: “Alvanley, wer ist dein fetter Freund?”

Seit 2002 Statue in London zu Ehren Brummels

Er kam mit dieser Beleidigung für den Moment ungeschoren davon, doch mit seinem Protektionismus innerhalb der adligen Gesellschaft war es vorbei. Brummel war quasi zum Abschuss freigegeben. Das aufgebrauchte Erbe und die massiven Spielschulden zwangen ihn zur Flucht nach Frankreich. Er endete letztlich im Irrenhaus von Caen, wo er 1840 völlig mittellos verstarb.

Im Jahr 2002 wurde in der Londoner Jermyn Street eine Statur von George Bryan Brummel aufgestellt. Die tschechische Bildhauerin Irena Sedlecka setzte »Beau« dadurch ein Denkmal. In eleganter Pose verharrend, mit Stock und Zylinder, ist der Ur-Dandy so endlich für immer in sein geliebtes London zurückgekehrt und mahnt hier, nicht unweit vom Piccadilly Circus entfernt, die Herren der Stadt an die Wichtigkeit und den Genuss eines tadellosen Auftritts.

Dez 13

Wie viel die Deutschen für Kleidung ausgeben

Ausgaben für Kleidung


Es ist nicht viel, was die Deutschen im Schnitt für Kleidung ausgeben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes investiert ein alleinstehender Mann in Deutschland pro Jahr 336 Euro in seine Garderobe. Auf den einzelnen Monat herunter gerechnet sind das lediglich 28 Euro, also weniger als Euro pro Tag.. Das erscheint nicht viel, zumal darin die Ausgaben für sämtliche Kleidungsstücke enthalten sind, vom Herrenschuh und Unterwäsche über Hosen und Pullover bis zur Jacke.

Im Schnitt weniger als 1 Euro pro Tag für Kleidung

Nicht wirklich überraschend sieht das bei der Damenwelt etwas anders aus: Eine alleinstehende Frau gibt deutlich mehr für Bekleidung aus. Bei ihr sind es jährlich 588 Euro, was durchschnittlich 49 Euro pro Monat entspricht.

Dazu passen auch die Angaben aus dem Statistik-Buch „Die Welt in Zahlen 2010“, herausgegeben vom Wirtschaftsmagazin brandeins, die eine etwas differenzierte Zahlen nennen. Demnach geben 36,5 Prozent der Deutschen monatlich 0 bis 49 Euro für Kleidung aus und 31,1 Prozent zwischen 50 und 99 Euro. Bei 15 Prozent der Deutschen sind es 100 bis 149 Euro. Nur etwa jder zehnte Deutsche wendet pro Monat mehr als 150 Euro für neue Kleidung auf.

Stil kann man nicht kaufen

Doch letztendlich kommt es weniger auf die Summe an, sondern vielmehr auf die Klamottenauswahl an sich. Zwar hat man mit mehr Geld auch eine größere Wahlmöglichkeiten, und mit einem höheren Preis geht in der Regel auch eine bessere Qualität einher, doch diese darf man nicht mit Stil verwechseln. Stil kann man nicht kaufen. Auch mit einem großen Budget kann man bei der Kleiderwahl ordentlich daneben greifen. Für eine passende Kleiderwahl und eine stimmige Kombination der einzelnen Kleidungsstücke bedarf mehr als nur viel Geld, nämlich in erster Linie Stil und Geschmack. Über letzteren lässt sich zwar bekanntermaßen nicht streiten, denn Geschmack liegt immer im Auge des Betrachters. Nichtsdestotrotz lässt sich vortrefflich darüber diskutieren.

Dez 09

Casual Friday – in lässiger Kleidung ins Wochenende

Casual Friday


Der strengen Kleiderordnung entgegen, gestatten es weltweit viele Firmen ihren Mitarbeitern an jedem Freitag, deutlich zwangloser gekleidet zu sein. Das übliche Business-Outfit ist am Casual Friday kein Muss mehr, statt Anzug, Hemd und Krawatte ist auch das Tragen von Jeans und T-Shirts gestattet. Am „lässigem Freitag“ darf das Dress gern auch sportlich sein.

Casual Friday sollte die Motivation der Mitarbeiter erhöhen

Der Casual Friday fand seinen Ursprung in den späten 50er Jahren in der USA, als einige Banken und größere Firmen es ihren Angestellten gestatteten, zum Wochenausklang vom vorgegebenen Dress-Code des Unternehmens abzuweichen. Die Mitarbeiter sollten sich von den Zwängen des Büroalltags lösen und sich auf das bevorstehende Wochenende einstimmen können. Die eigentliche Hintergrund war aber ein anderer: Die Unternehmen versprachen sich von dem Casual Friday, dass sich die Arbeitsmoral in dem legeren Outfits erhöht, denn mit dieser war es in den damals oft riesigen und lauten Großraumbüros zum Ende der Arbeitswoche nicht immer zum besten bestellt.

Zwanzig Jahre später gab es seitens der amerikanische Bekleidungsindustrie gezielte Werbekampagnen auf, mit dem Ziel, den Casual Friday fest in der amerikanischen Unternehmenskultur zu etablieren. Mit Erfolg. In der Folgezeit weitete sich die Gepflogenheit des Casual Fridays sogar bis nach Asien und Europa aus, wo er bis heute noch weit verbreitet ist.

Casual Friday hat seit der New Economy wieder an Bedeutung verloren

In den letzten Jahren hat der Casual Friday jedoch wieder an Bedeutung verloren, da sich die Unternehmenslandschaft stark gewandelt hat. Insbesondere in den unzähligen vielen neuen Internetfirmen herrscht eine andere Unternehmenskultur, in der es ohnehin kaum noch Kleidungsvorschriften gibt. Nicht ausgeschlossen, dass es in einigen dieser jungen Unternehmen bald einen „Formal Friday“ gibt.

Nov 10

Intellektueller Catwalk im ZDF-Nachtstudio

intellektueller-catwalk

„Die Macht der Mode – Kleider machen Leute“ lautete neulich das Thema im ZDF-Nachtstudio. Dazu hatte Moderator Volker Panzer den Berliner Modeschöpfer Michael Michalsky, die Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp, den Kulturwissenschaftler Prof. Nobert Bolz sowie die Modehistorikerin Prof. Ingrid Loschek zu Gast. Das Nachtstudio legt seit jeher mehr wert darauf zu informieren anstatt auf zweifelhaftem Niveau zu unterhalten. So auch in diese Ausgabe. Doch auch wenn der nächtliche Talk der späten Sendezeit angemessen nicht sonderlich aufregend war und weder wild noch besonders kontrovers diskutiert wurde, kamen in der Runde einige interessante Aspekte rund um das Thema Kleidung und Mode zur Sprache.

Bekannte und unbekannte Thesen zu Mode und Kleidung

  • In der Geschichte der Menschheit gab es keine einzige Ethnie, die ihre Körper nicht mit Farbe, Federn, Trachten etc. geschmückt hat. Mode macht den Menschen Spaß, insbesondere den Frauen!
  • Mode wurde in den vergangenen Jahrzehnten in erster Linie mit Mode für Frauen assoziiert. Die Mode für Männer über die klassische Herrenmode für die Ü40-Generation hinaus hat sich erst in der jüngeren Vergangenheit fest in der Gesellschaft etabliert.
  • Viele Menschen unterliegen zwar einem Diktat der Mode. Dieses Diktat ist aber weitgehend harmlos, da es ein Jahr später schon wieder ein anderes ist.
  • Im Gegensatz zu Mode kann man Trends nicht machen oder von oben vorgeben. Trends ergeben sich „von unten“ auf der Straße. Modemacher müssen daher ein Gespür für Trends entwickeln.
  • Mode hat für ein Individuum immer auch eine Identifikationsfunktion.
  • Klassische Eleganz bedeutet, nur um Kleinigkeiten vom gesellschaftlichen Standard abzuweichen und sich somit eine individuelle aber unaufdringliche Note zu geben. Laut Prof. Bolz verfahren in der Tendenz insbesondere die Menschen aus höheren Bildungsschichten bei der Wahl ihrer Kleidung so. „Banausen“ hingegen ziehen es vor grelle Farben und ausgefallene Kleidung fernab der Norm zu tragen. Doch da es keinen allgemeingültigen Geschmack gibt, lässt sich nicht sagen, dass in Sachen Mode etwas per se geschmacklos ist.
  • Passend dazu schloss Volker Panzer das Nachtstudio mit einem Zitat des französischen Dramatikers Eugene Ionesco:

    “Die einzige lebendige Gesellschaft ist die, in der jeder mitten unter seines Gleichen anders sein kann.”

    Leben und leben lassen. In diesem Sinne.

    Okt 12

    Die Wahl der Kleidung ist Kommunikation

    Regeln für das Outfit

    In zwischenmenschlichen Beziehungen kommt letztendlich auf die inneren Werte an. Doch es ist nicht möglich, in die Köpfe der Menschen hineinzuschauen. Um den Mitmenschen bestimmte Signale zu senden, tragen daher viele Menschen durch die Wahl ihrer Kleidung ihr Inneres nach außen. Zum Beispiel kleidet sich ein Punker nicht zufällig mit gefärbten Haaren und abgenutzten Klamotten. Sein Erscheinungsbild ist ein Statement. Ähnlich verhält es sich bei einem Geschäftsmann, der adrett gescheitelt daher kommt und mit seiner Kleidung auf Kunden und Geschäftspartner kompetent und vertrauenswürdig wirken möchte.

    Die richtige Kleidung als Türöffner

    Kleidung ist somit ein Kommunikationsmittel, mit der jedermann sich seinen Mitmenschen mitteilt, wie er oder sie in etwa einzuschätzen ist. Dessen sollte man sich bei der Wahl seiner Kleidung bewusst sein. Denn sowohl im privaten als auch im Berufsleben hat die Kleidung unmittelbare Auswirkung auf die Wirkung auf andere. Kleidung kann Türen öffnen und Türen schließen.

    Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

    Der erste Eindruck ist wichtig, und für ihn gibt es keine zweite Chance. Es mag überraschend klingen, doch zahlreichen Untersuchengen zufolge wird der erste Eindruck nur zu ca. 10 Prozent von dem bestimmt, was wir inhaltlich mit unseren Worten von uns geben. Stimme und Sprachstil machen weitere 30 Prozent aus. Der erste Eindruck wird zum Großteil (60 Prozent) von nonverbalen Signalen wie Kleidung, Aussehen und Körpersprache bestimmt. Dementsprechend kommt der Kleidung bei der Beurteilung von Mitmenschen eine Schlüsselrolle zu.

    Grundregeln fürs Outfit

    In Hinblick für ein gewinnendes und überzeugendes Outfit, speziell im Berufsleben, gelten daher einige grundlegenden Regeln. Für den „Erstkontakt“ mit noch unbekannten Menschen gilt das im Besonderen.

  • Tragen Sie Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen.
  • Treten Sie gepflegt auf, vom Scheitel bis zur Schuhsohle. Das Erscheinungsbild sollte zudem der Umgebung angemessen, das heißt weder under- noch overdressed sein.
  • Entwickeln Sie im Berufleben einen zeitgenössischen aber persönlichen Stil, der zu ihrer Branche passt.
  • Achten Sie auch Wertigkeit und Klarheit, selbst wenn ihnen einen begrenztes Budget für Kleidung zur Verfügung steht. Das gelingt schon über eine geschickte Farbwahl und die passende Kombination einzelner Kleidungsstücke.
  • Wer diese Regeln im Hinterkopf hat und sich daran orientiert, erhöht sowohl privat wie beruflich seine Chancen, positiv auf die Mitmenschen zu wirken und „gut rüberzukommen“.

    Im Endeffekt zählen die innere Werte

    Die angemessen Kleidung ist aber nur der erste Schritt für die gewünschte Wirkung. Je besser man seine Mitmenschen kennen lernt und je intensiver die private oder berufliche Beziehung ist, desto eher zählen die inneren Werte, und die Bedeutung der Kleidung tritt in den Hintergrund.