Archive for the ‘Image & Stil’ Category

Mai 26

Kindermänner

Viele Väter kleiden sich heute so wie ihre achtjährigen Söhne. Dabei meine ich wohlgemerkt nicht jene Väter, die vor Erreichen der Volljährigkeit Kinder haben. Ich rede von Mittdreißigern oder Vierzigjährigen, deren Garderobe aus bunten T-Shirts, Jeans und Turnschuhen zu bestehen scheint. Insofern kann man auch nicht mehr von Jugendwahn reden, passender wäre das Wort Kindheitswahn.

Ist das schlimm? Ich weiß es nicht. Ich finde es auf jeden Fall bemerkenswert. Denn es gab Zeiten, da wollten Väter nicht wie Kinder aussehen, allenfalls der Nachwuchs wie die Erwachsenen. Das funktionierte dann so, dass die Jungs möglichst früh lange Hosen haben wollten. Heute ist es umgekehrt. Die Erwachsenen wollen ihr Leben lang kurze Hosen tragen. Ich habe keinen missionarischen Eifer in Modedingen, von mir aus soll sich jeder so anziehen, wie er mag. Allerdings treten ab und zu doch mal Probleme auf. Und bei denen bin ich dann hin und wieder gefragt. Zum Beispiel bei Coachings. Da wollen die großen Kinder plötzlich wissen, wie man eine Krawatte bindet. Oder worauf sie beim Anzugkauf achten müssen.

Kleidungs-Grundlagen für Männer

Da komme ich mir ein bisschen wie ein Grundschullehrer vor, der Dinge nachholen muss, die im Elternhaus verpasst wurden. Allerdings ist es kein großes Ding, einem erwachsenen Mann ein paar Grundlagen beizubringen. Das dauert nur ein paar Stunden. Und es macht Spaß. Und zwar beiden. Dem bisher nicht in Anzug- und Krawattendingen bewanderten Zuhörer und mir. Denn ich kann zusehen, wie das Kind im Mann in kürzester Zeit zu voller Größe wächst. Wenn er nämlich feststellt, dass er in einem dunklen Anzug irgendwie doch anders rüberkommt als in Sweatshirt und Cargohosen. Übrigens will ich niemanden davon abhalten, so etwas zu tragen. Aber eben nur nicht ausschließlich. Manchmal hilft es nämlich, wenn die Kleidung Kompetenz ausstrahlt.

„Man sieht nur, was man weiß“

Das Coaching beginnt in der Regel mit einem Goethe-Zitat. Es lautet: „Man sieht nur, was man weiß.“ Wer nicht weiß, dass Sakkoärmel zu lang sind, wenn sie bis zu den Knöcheln der Finger reichen, wird es nicht sehen. Wer aber darauf hingewiesen wurde, dass die Hemdenmanschette aus dem Ärmel herausschauen soll, wird beim nächsten Anzugkauf darauf achten. Und sich vielleicht wundern, dass der Verkäufer ihm etwas anderes erzählt. Der hat dieses Grundlagenwissen leider oft vergessen. Falls es ihm überhaupt jemals vermittelt wurde. Viele Männer freuen sich auch schon, wenn sie in Ruhe ein Krawattenknoten gezeigt bekommen. Das geht ganz schnell und nebenbei erzähle ich noch ein bisschen was über Binder im Allgemeinen. Wie sie genäht werden, woran man gute Exemplare erkennt und wie Flecken daraus entfernt werden. Ein oder zwei Sitzungen genügen, um diese und andere Dinge an den Mann zu bringen. Ob das dann seinen Kleidungsstil im Alltag verändert, weiß ich nicht. Aber immerhin kann er dann seinem Sohn irgendwann diese praktischen Tipps weitergeben. Und der muss sich dann nicht mehr an Leute wie mich wenden. Ist zwar irgendwie auch schade. Besser ist es aber doch.

Gastbeitrag von Stil-Papst Bernhard Roetzel, Autor des Buches “Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode”. Für den Gentleman-Blog schreibt er exklusive Kolumnen über Kleidung, Stil und Persönlichkeit eines Gentleman.

Mai 20

Die richtige Farbwahl (1): Welche Farben passen zu mir?

Grün ist nicht gleich Grün. Und Rot ist nicht gleich Rot. Da wären Ziegelrot, Kirschrot, Ferrarirot, Himbeerrot, Blutrot, Zinnoberrot, Hummerrot und Scharlachrot – und das sind nur ein Zehntel der allgemein bekannten Rottöne. Aber welcher passt zu mir?

Diese Frage stellte ich mir schon früh, denn kräftiges Rot ist eine meiner Lieblingsfarben. In meinem Leben vor der Farbberatung(-sausbildung) konnte ich mir das auch nicht ganz klar beantworten. Immerhin fiel mir auf, dass ich in einigen meiner zahlreichen roten Pullover richtig toll aussah, in anderen aber irgendwie nicht so und ich fühlte mich sogar etwas unwohl darin, ohne dass es am Material gelegen hätte. Durch die „guten“ Shirts leuchteten meine Augen noch blauer als sonst, meine Lippenkontur wirkte klarer und mein Teint ganz frisch. In den anderen kam mir meine Haut oft fleckig gerötet vor, der Blick war irgendwie müde.

Der Unterfarbton macht die Musik

Heute ist mir klar, es liegt am Unterton des Rots (oder Blau, oder Grün, …) und der wird durch den Gelbanteil in der Farbe bestimmt. Dadurch entstehen so genannte warm- oder kalttonige Farben. Warmtonig sind Farben, deren Gelbbeimischung über 50 Prozent liegt. Tomatenrot z.B., aber auch Lindgrün, Orange, Petrol oder Rostbraun. Kalttonige Farben enthalten weniger als 50 Prozent Gelb oder zum Teil sogar gar keins. Dazu gehören unter anderem Marineblau, Pink, Mint, Flieder und Grau.

Ob jemand eher auf einen hohen oder geringen Gelbanteil in seinen Kleiderfarben achten sollte, hängt mit seinem individuellen Hautcolorit zusammen. Das setzt sich aus dem Hautton, der Haarfarbe, Lippenfarbe und der Augenfarbe zusammen. Zwecks Vereinfachung – denn da jeder Mensch in seinem Aussehen einzigartig ist, hat schließlich jeder eine ganz individuelle Farbpalette – wurden verschiedene Farb-Analyse-Systeme entwickelt, die Menschen mit bestimmten Pigmentmerkmalen zu Farbtypen zusammenfassen.

Der Schlüssel liegt im individuellen Hautcolorit

Besonders etabliert haben sich die Farbberatung nach Dominanztypen nach den vier Jahreszeiten. Bei diesen Dominanzen wird die Charakteristik der passenden Palette durch bestimmte Farbmerkmale beschrieben. Zur Auswahl stehen dabei warm/kalt, klar/gedeckt und hell/dunkel.

Bei den vier Jahreszeiten orientiert man sich bei den Farbempfehlungen, wie der Name schon andeutet, tatsächlich am Farbspektrum, welches wir zur entsprechenden Jahreszeit in der Natur vorfinden. Die folgende Kategorisierung hilft den unterschiedlichen Typen somit bei der richtigen Farbwahl.

Die vier Dominanztypen nach Jahreszeiten

Frühling: helle, leuchtende, warmtonige Farben. Sie stehen Menschen mit leicht elfenbeinfarbenem oder gelblichem Hautton gut, deren Haar, Wimpern und Augenbrauen hell sind und einen rötlich-goldenen Schimmer aufweisen. Auch die oft vorhandenen Sommersprossen haben immer einen Goldton. Ein prominenter Vertreter diese Gruppe ist Boris Becker.

Sommer: kühle, gedeckte und helle Farben passen zu Personen mit bläulich-kühlem Hautton, der leicht in der Sonne bräunt und dessen Augenfarbe meist eine Mischung aus Grau, Blau und Grün ist. Neben kühlem Blond gibt es auch noch Aschblond als Haarton, der oft zu Färbe-Experimenten verleitet, da er von vielen als langweilig empfunden wird. Typischer Vertreter ist dabei so ziemlich jeder Zweite, der Ihnen über den Weg läuft, denn der Sommertyp ist sehr facettenreich und in Mittel-/West-Europa stark verbreitet. Heidi Klum ist eine von Ihnen.

Herbst: warm, gedeckt, dunkel. Harmoniert bei rotgoldenem Hautton, der auch mal ins Oliv geht und stark zu Sommersprossen neigt. Sonne kann der Herbsttyp überhaupt nicht gut vertragen. Seine Augen sind oft grün oder Mittel- bis Dunkel-Braun wie das Haar, ein kupferroter Schopf ist ebenfalls ein typisches Merkmal. So gesehen auch bei Schauspieler Rupert Grint, bekannt aus den Harry Potter Filmen.

Winter: kalt, kräftig, dunkel. Das Haar ist von kühlem Braun bis Schwarz, auch die Augenbrauen und Wimpern bilden einen klaren Kontrast zur kalttonigen Haut. Die Augenfarbe hebt sich intensiv vom Augenweiß ab, meist in leuchtendem Blau, Grün, Stahlgrau oder Schwarzbraun. Jemand mit diesen Merkmalen wird auch „Schneewittchentyp“ genannt.

Lesen Sie auch: Das persönliche Image

Gastartikel von Sophie B. Krüger. In ihren Beiträgen für den Gentleman-Blog berichtet die Diplom-Imageberaterin und Inhaberin von “Imageconsulting Berlin” über Image, Status und Stil.

Mrz 19

Das persönliche Image

Das persönliche Image hat viel mit Glaubwürdigkeit zu tun. Man sagt zwar, „Kleider machen Leute“ und das hat auch seine Richtigkeit, dennoch sollten Inhalt und Form im Einklang sein. So stehen am Anfang der persönlichen Stilfindung die Fragen: „Wer bin ich?“ und „Wo will ich hin?“ ganz oben.

Branche gibt Kleidungs-Codes vor

Die Branche, in der man sich bewegt, gibt oftmals schon eigene Codes vor. Zwischen dem Outfit eines Bankmanagers und dem eines Geschäftsführers aus der Werbebranche können Welten liegen, obwohl beide gehobene Positionen bekleiden. In diesem Fall geht es um Begriffe wie: „Executive Business“, „Modern Business“, „Standard Business Casual“ usw.

Weiterhin spielt der eigene persönliche Stil eine große Rolle. Anzug ist nicht gleich Anzug – mal ganz abgesehen vom Preis. Und so wird der Manager der einen Bank sich nicht kleiden wie der Manager der anderen Bank, obwohl beide in der gleichen Branche und Führungsebene tätig sind. Der Schlüssel zum individuellen Ausdruck liegt in den Details und deren Zusammenstellung, beispielsweise Muster oder lieber dezent uni? Weiterhin bedeutsam sind die Schnittführung, die Wahl der Accessoires und der Farben.

Farbwirkung abhängig von Persönlichkeit und Situation

Die Auswahl Letzterer bezieht sich gleich auf zwei Faktoren. Einerseits geht es um die gewünschte (Farb-)Wirkung abhängig von Persönlichkeit und Situation. In Hinblick auf die Persönlichkeit scheut beispielsweise der initiative und temperamentvolle Mann auch vor kräftigeren Farbschattierungen nicht zurück, wohingegen ein eher introvertierter Mensch sich auch farblich gern bedeckter hält. In Hinblick auf die Situation kann kontrastreiche Kleidung bei einer Präsentation vor 200 Menschen tendenziell eher vorteilhafter sein als im Kundengespräch unter vier Augen.

Farben der Kleidung müssen zum Farbtyp der Person passen

Und dann ist es Ihnen vielleicht auch schon passiert, dass Kollegen Sie fragen, ob Sie die Nacht durchgefeiert haben, obwohl Sie angenehm geschlafen haben und sich auch sonst ganz gut fühlen. Oder Sie schauen sich gegen Mittag im Spiegel an und beginnen ernsthaft zu zweifeln, ob Sie sich morgens tatsächlich rasiert haben, so dunkel wie der Bartschatten jetzt schon wieder wirkt. Oder – mal das positive Beispiel – Sie haben tatsächlich durchgefeiert, dennoch wirken sie frisch und strahlend wie nach einer Woche Urlaub. Woran liegt´s? Es sind die Farben, die Sie in Gesichtsnähe tragen, z.B. in Hemd und Krawatte und die sich dort widerspiegeln. Mal vorteilhaft, mal weniger – je nachdem, ob die Farbe zu Ihrem Farbtyp passt.

Mit der Wahl der Kleidung Kompetenz und persönliche Note unterstreichen

Die Berücksichtigung jedes der aufgeführten Aspekte unterstreicht die persönliche Note und Kompetenz sehr vorteilhaft. In ihren folgenden Beiträgen für den Gentleman-Blog wird sich Sophie B. Krüger eingehender mit jedem dieser Themen auseinandersetzen und Hilfestellung geben, so dass Sie sich in Zukunft bewusst und dennoch entspannt für die Positionen kleiden können, die Sie im Leben und beruflich einnehmen möchten.


Die ist ein Gastbeitrag von Sophie B. Krüger. In ihren Gastartikeln für den Gentleman-Blog berichtet die Diplom-Imageberaterin und Inhaberin von “Imageconsulting Berlin” über Image, Status und Stil.

Feb 24

Charme – Die Kunst zu verzaubern

Manche Menschen haben die Fähigkeit, scheinbar magisch die Zuneigung Ihrer Mitmenschen zu gewinnen – so auch der Gentleman. Er macht dies nicht absichtlich oder gezielt, sondern es ist eine natürliche Reaktion auf seine Person. Wenn sein Charme zum Vorschein kommt, wird jeder völlig von seiner Persönlichkeit eingenommen. Doch warum wirkt der Gentleman so charmant?

Seine Mitmenschen wahrnehmen

Um charmant zu sein, braucht man ein gewisses Maß an Beobachtungsfähigkeit. Wie fühlen sich die Mitmenschen gerade? Wie Verhalten Sie sich? Welche Worte sind angebracht? Wie kann man das Gesprächsklima positiv beeinflussen? Solche und ähnliche Fragen werden vom Gentleman unbewusst geklärt. Er weiß zu jedem Zeitpunkt ganz genau, welche Wirkung seine Worte auf die Mitmenschen haben. Selbst die Reaktionen auf seine Gesten und Körpersprache, kann er wegen seiner Wahrnehmungsfähigkeit abschätzen und unbewusst einsetzen.

Sich in andere einfühlen können

Die besondere Wahrnehmungsfähigkeit des Gentleman, gibt ihm die Möglichkeit, besonders auf andere einzugehen und deren Gefühle nachzuvollziehen. Wer dem Gentleman etwas erzählt, fühlt sich vollkommen verstanden. Seine Mitmenschen spüren, dass er wirklich an ihnen und ihrer Geschichte interessiert ist. Mehr noch: Er teilt mit seinen Gesprächspartnern die gleichen Emotionen. Diese Eigenschaft macht den Gentleman zu einer solch beliebten Persönlichkeit, der man sich immer wieder gerne öffnet.

Mit Worten verzaubern

Die Beobachtungsfähigkeit und Empathie nützt nur dem etwas, der sich gezielt ausdrücken kann. Dem Gentleman fällt die Wahl der richtigen Worte leicht. Jeder Satz erzeugt intensive Emotionen in seinen Zuhörern und lässt sie in seinen Geschichten versinken. Die Erzählungen des Charmeurs, führen alle Zuhörer in eine Art Phantasiereise, bei der jeder verschiedene Emotionen durchlebt. Emotionale Adjektive regen dabei die Gedanken der Mitmenschen besonders an.

Diskret bleiben

Völlig egal wie beliebt ein Gentleman ist – nie würde es ihm einfallen damit zu prahlen. Ganz nach dem Motto: „Der Gentleman schweigt und genießt.“, bleiben auch seine Liebschaften ein Geheimnis. Diese Diskretion wird von seinen Geliebten, Freunden und Bekannten hoch geschätzt und führt dazu, dass sein Umfeld sich ihm gerne öffnet. Seine Mitmenschen sind sich bewusst, dass jede persönliche Verbindung vom ihm höchst vertraulich behandelt wird.

Eine verführerische Eigenschaft

Mit Charme kann der Gentleman mehr, als bloß die Sympathie seiner Mitmenschen gewinnen. Sein Charme macht ihn auch zu einem exzellenten Verführer. Lobende Worte sind bei ihm mehr als ein Kompliment: Sie berühren die Sinne genau dort, wo man es am wenigsten erwartet. Der Gentleman weiß jedoch, wie er die Kommunikation mit dem anderen Geschlecht dosieren muss, und bleibt so jederzeit authentisch. Diese Eigenschaft unterscheidet ihn von all den anderen Männern, und macht ihn so unglaublich charmant.


Gastbeitrag - 30tausend Diesen Beitrag haben die Macher von 30Tausend – Psychologie, Charisma, Karriere verfasst. In ihren Gastartikeln zeigen sie Wege zum Erfolg auf und berichten dazu über allerlei interesssante Dinge aus dem Leben.

Jan 23

Was ist eigentlich Image?

„Image“ – mit diesem Wort werden wir fast täglich und in den verschiedensten Zusammenhängen konfrontiert. „Image-Kampagne“, „Image-Design“ und „ein gutes oder schlechtes Image haben“. Konkret darauf angesprochen, was „Image“ nun eigentlich ist, ob jeder eins hat und ob man das eigene Image irgendwie beeinflussen kann, kommen die meisten Menschen schwer ins Grübeln, begleitet von ratlos umherwandernden Blicken und gedankenvollem Kopfkratzen.

Die Antworten könnten nicht unterschiedlicher sein. „Das hat doch was mit Kleidung zu tun“, sagt der eine. „Ein Image legt man sich zu, um besser anzukommen oder sich im Beruf zu profilieren“, meint ein anderer. „Mit ihrem Image täuschen die Leute doch nur irgendwas vor, was sie gar nicht sind“ hab ich auch schon gehört.

Image ist subjektiv

Na gut. Bevor es richtig haarsträubend wird, hier mal die fachlich korrekte Definition: Das „Image“ steht, wie das Wort aus dem Englischen übersetzt schon sagt, für das Bild/den Gesamteindruck bezüglich einer Person, eines Unternehmens, aber auch eines Produktes oder einer Stadt. Diese Wahrnehmung darüber muss nicht wirklich objektiv sein, also an Fakten orientiert, sondern wird sehr stark durch Gefühle und Assoziationen beeinflusst.

Auf den Menschen bezogen bedeutet das: Jeder hat ein Image, auch wenn er noch nie bewusst darüber nachgedacht oder sich darum gekümmert hat. Man kann nicht nicht wirken, sondern hinterlässt immer einen Eindruck.

Jeder hat ein Image

Auch wenn wir ganz großmütig von uns behaupten mögen, unsere Mitmenschen vor allem nach Charakter und Kompetenzen zu beurteilen, das Steinzeitprogamm „sympathisch oder unsympathisch?“ (Freund oder Feind?) läuft automatisch in jedem von uns ab, wenn wir jemandem zum ersten Mal gegenüberstehen. Die in dieser Situation durch uns oder unserem Gegenüber gebildete Meinung lässt sich im Nachhinein nur schwer revidieren.

Dabei ist es interessant zu wissen, dass sich unsere Wirkung aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Zu allererst präsentieren wir eine soziale Zugehörigkeit, z.B. Franzose, männlich, Professor – sofort läuft ein Film in unserem Kopf ab, gespickt mit allen Informationen und Stereotypen, die wir Zeit unseres Lebens darüber angesammelt haben. Weiter geht es mit dem möglichen Charakter und der fachlichen Kompetenz, dem Grad des beruflichen Erfolgs.

Auftreten, Kommunikation und Kleidung beeinflussen das Image stark

Lesbar sind diese Informationen durch unser Auftreten, Kommunikation(-sfähigkeit) und natürlich die Wahl unserer Kleidung. Wie ist die Qualität in Material und Verarbeitung? Passen Schnitt und Stil zum Träger? Paßt es überhaupt zusammen? Was verrät die gewählte Farbigkeit? In welchem Zustand ist die Kleidung? … Diese Aufzählung ließe sich noch endlos fortsetzten.

Sehen wir die Chance darin. All das sind Dinge, die wir bewusst beeinflussen können und haben somit die Möglichkeit, uns von unserer besten Seite zu zeigen, uns zu präsentieren, wie wir wirklich sind und verstanden werden wollen.



Die ist ein Gastbeitrag von Sophie B. Krüger. In ihren Gastartikeln für den Gentleman-Blog berichtet die Diplom-Imageberaterin und Inhaberin von “Imageconsulting Berlin” über Image, Status und Stil.