Archive for the ‘Knigge & Manieren’ Category

Jan 20

Knigge-Regeln bei „Haatschiiii“ und Erkältung

Winterzeit gleich Erkältungszeit. Im Büro, in der U-Bahn oder im Theater. Allerorten ist das „Haatschiie“ zu vernehmen, meistens gefolgt von einem „Gesundheit“. Dabei wurde vor gut zehn Jahren von den Hütern der Benimm-Regeln festgelegt, dass man das Gesundheit-Wünschen unterlassen solle. Die Begründung lautete, dass ein Niesen ein unbeabsichtigter Fauxpass sei. Mit dem „Gesundheit!“ lenke man zusätzlich noch die Aufmerksamkeit darauf. Daher solle man über das Niesen der Mitmenschen einfach hinwegsehen. Diese Regel hat sich jedoch kaum durchgesetzt. Auch deswegen fordert nun die Deutsche Knigge-Gesellschaft eine Änderung und plädiert dafür, dass Gesundheit-Wünschen wieder zu gestatten.

Dr. Hans-Michael Klein, Vorsitzender der Knigge Gesellschaft sagt in seiner Begründung, dass der Ausspruch zum einen höflich gemeint sei und zum anderen weit verbreitet. So wären Niesende fast beleidigt, wenn niemand etwas sagt. Nachdem es zehn Jahre von vielen unbemerkt auf dem Index stand, ist der Ausspruch „Gesundheit!“ also wieder erlaubt. Sich selst für einen Nieser entschuldigen muss man sich übrigens nicht.

Stoff- oder Papiertaschentuch?

Wenn jemand selbst von einer Erkältung heimgesucht wurde, sollte er laut Knigge stets ein Stofftaschentuch dabei haben – möglichst sauber und faltenfrei. Die Regel hat noch immer Bestand, doch Stofftaschentücher sind nicht jedermanns Sache. So wird es in der gelebte Praxis meist anders gehandhabt und dem Papiertaschentuch Vorzug gegeben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass diese praktischer und vor allem hygienischer sind.

Beim Niesen in der Gesellschaft bzw. in einer Gruppe sollte man zunächst einen Schritt zurückziehen. Falls der Nieser spontan kommt und keine Zeit für das Zücken eines Taschentuchs bleibt, sollte man in die linke Hand niesen, da man bei Begrüßung und Verabschiedung die rechte Hand gibt.

Der Gentleman-Blog wünscht allen Lesern Gesundheit!

Jan 06

Gentlemen’s Agreement – moralische Verpflichtung

Eine Gentlemen´s Agreement ist eine Vereinbarung, die auf gegenseitigem Vertrauen beruht, ohne die Ergebnisse bereits schriftlich und vertraglich fixiert zu haben.

Schon im Römischen Recht gab es den Grundsatz „pacta sunt servanda“ (wörtlich: „Verträge sind einzuhalten) der besagt, dass auch mündliche Verträge zu erfüllen sind. In der deutschen Rechtssprechung versteht man unter einem Gentlemen’s Agreement jedoch eine Vereinbarung, die nicht juristisch durchgesetzt werden kann. Die Erfüllung der Vereinbarung hängt daher im Besonderen von der Vertrauenswürdigkeit der Vertragspartner ab.

Keine juristische Bindung aber gesellschaftlicher Druck

Die Nichterfüllung hat also keine juristischen Konsequenzen und kann lediglich mit sozialen Sanktionen geahndet werden. Aus einem Gentlemen´s Agreement entsteht also vielmehr eine moralische Verpflichtung, da man sein Wort gegeben hat.

Ein bekanntes Beispiel für ein Gentlemen’s Agreement ist auch heute noch der internationale Diamantenhandel. Der Handel mit Edelsteinen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar wird oft per Handschlag verabredet. Sobald ein Vertragspartner seinen Pflichten nicht nachkommt, wird er innerhalb dieser elitären Gruppe geächtet und ausgeschlossen. Da der Diamantenmarkt und die Anzahl der Teilnehmer überschaubar und darüber hinaus in weiten Teilen auch sozial eng miteinander verbunden sind, bedeutet dies für den Betreffenden nicht selten das geschäftliche und auch gesellschaftliche Aus.

Langfristige Partnerschaften wertvoller als ein kurzfristiger Vorteil

Wenn also jemand man auf ein Gentlemen´s Agreement beschließt, sollte (gentle-)man die Verainbarung auch unbedingt einhalten. Längerfristige, auf Vertrauen und Fairness basierende Partnerschaften sind in aller Regel ergiebiger als der kurzfristige Profit. Ein unlauteres Geschäftsgebaren spricht sich überdies oft schnell herum und erschwert das Eingehen neuer Allianzen. Und abgesehen davon, ist es einfach ein gutes Gefühl, wenn man sich darauf verlassen kann, dass ein Wort noch gilt und eingehalten wird- auch ohne schriftlichen Vertrag. Es macht die Welt lebenswerter.

Dez 26

Ausstellung: “Manieren. Geschichten von Anstand und Sitte aus sieben Jahrhunderten”

Ausstellung: Manieren. Geschichte von Anstand uns Sitte.


Zum Thema “Manieren. Geschichten von Anstand und Sitte aus sieben Jahrhunderten“ läuft im Bremer Focke Museum noch bis zum 30. Mai 2010 eine Sonderausstellung. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Umgangsformen seit dem Mittelalter.

Auf den Spuren des guten und schlechten Benehmens

Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren des guten und schlechten Benehmens und führt dazu in 13 Kapiteln wie „800 Jahre Etikette“, „Tischmanieren“, „Diskretion“ oder „Die Würde des Menschen“ auf spannende und unterhaltsame Weise durch die “anständige Kulturgeschichte”.

Etwa 200 Exponate zeigen dem Besucher die Ursprünge und Erscheinungsformen gesellschaftlicher Regeln und Tabus auf, legen Zeugnis vom Streben nach gefälliger Selbstdarstellung ab, bringen Rücksichtnahme und Distanzverlust sowie Feinsinn und Rüpelei zum Ausdruck und beschreiben Peinlichkeitsschwellen und deren lustvoller Überschreitung. Darüber hinaus macht die Ausstellung dem Besucher auch die Mechanismen der gesellschaftlichen Ausgrenzung bewusst.

Knigges Ziel: gegenseitige Rücksichtnahme

Laut den Veranstaltern geht es mit der Ausstellung aber primär nicht darum, Knigge-Regeln zu vermitteln. Vielmehr wollen sie mit einer Mischung als Ernsthaftigkeit und Humor die Entwicklung und Veränderungen in den allgemein Regeln des gesellschaftlichen Lebens zum Ausdruck bringen und den Besucher für die Würde des Menschen sensibilisieren. Denn letztendlich ging es Adolph Freiherr Knigge nicht darum, wie nun das Besteck korrekt zu halten ist, sondern im Grunde um gegenseitige Rücksichtnahme, die das Miteinander der Menschen erleichtern soll.

Dez 20

Contenance – Charaktereigenschaft eines wahren Gentleman

Contenance

In schwierigen oder angespannten Situationen kommt es häufig vor, dass man die Fassung verliert und die eigenen Handlungen im Nachhinein bereut. Bei solcherlei Gefühlsausbrüchen hat man jedoch die wesentliche Eigenschaft eines wahren Gentleman vernachlässigt – die Contenance. Contenance beschreibt die Fähigkeit, zu jedem Zeitpunkt Herr über die eigenen Sinne, Triebe und das eigene Verhalten zu sein.

Herr über die eigenen Sinne sein

Es gibt Menschen, die bei der kleinsten Bemerkung in die Luft gehen und ihre Emotionen sofort willkürlich ausbrechen lassen. Für das naheliegende Umfeld wirkt so ein Verhalten überaus lästig und nervenaufreibend. Mitmenschen möchten nicht die geballte Ladung fremder, negativer Emotionen spüren und meiden deshalb zukünftig die Anwesenheit einer solch labilen Person.

Ein Gentleman handelt in einer schwierigen Situation anders. Er beweist Contenance und entlädt seine Emotionen nicht wie ein Choleriker auf die Mitmenschen, sondern löst Probleme entweder eigenständig oder gemeinsam. Die Folgen sind eine langfristige positive Assoziation.

Ein Gentleman übernimmt Verantwortung für seine Taten

Doch wo kann die Contenance noch nützlich sein und wie kann sie das eigene Leben positiv beeinflussen? Menschen spüren sofort, wenn man die eigenen Emotionen im Griff hat und verantwortungsbewusst mit seinem Verhalten umgehen kann. Jemand, der die Emotionen beherrscht, gilt als eigenständiges und selbstbewusstes Individuum. Der Gentleman weist nicht den Emotionen die Schuld für falsches Verhalten zu, sondern übernimmt selbst Verantwortung für seine Taten. Eine solche Persönlichkeit zieht die Aufmerksamkeit der Mitmenschen auf sich und genießt großes Ansehen.

Gelassenheit auch in misslichen Situationen

Neben der Wirkung auf die Mitmenschen, verändert Contenance auch die Geisteshaltung zum Leben. Durch den Verzicht jede negative Gefühlsregung nach außen hin zu kommunizieren, ist der Gentleman fähig ein Glücksmoment noch intensiver zu fühlen. Der Kontrast zwischen Selbstbeherrschung und intensivem Erleben steigert seine Lebensqualität enorm. Falls dem Gentleman ein Fehler unterläuft oder er sich in einer misslichen Lage befindet, löst er die Situation möglichst gelassen und lernt daraus.

Auch in jeder Verhandlung, Diskussion oder Debatte ist der Gentleman ein ernst zu nehmender Gegner. Er vollzieht nur Handlungen, die er sich vorher genauestens überlegt hat. Dadurch sinkt die Gefahr vor falschen Entscheidungen und eventuellen Konsequenzen. Der Gentleman legt viel Wert darauf, die gesamte Kommunikation und Interaktion jederzeit zu überblicken.

Männer mit Sebstbeherrschung in der Frauenwelt gefragt

Ein Mann mit derartiger Selbstbeherrschung ist auch in der Frauenwelt sehr gefragt. Sie unterliegen seinem Charme und sind fasziniert davon, wie er sich ihnen gegenüber verhält. Es braucht mehr als gutes Aussehen und ein freundliches Lächeln, um den Gentleman aus der Fassung zu bringen. Diese Eigenschaft signalisiert sozialen Status und macht ihn zu einer verführerischen Persönlichkeit.

Um sich selbst die Contenance eines Gentleman anzueignen, ist vor allem rationales Denken und bewusstes Leben notwendig. Genau wie er sollte man überlegen, zu welchem Zeitpunkt es wirklich nützlich ist, die eigenen Emotionen nach Außen zu kommunizieren. Die Frage muss also lauten: Welchen Nutzen hätte es, die Mitmenschen mit dieser Emotionen zu beeinflussen und wie würde es sich auf deren Stimmung auswirken?


Gastbeitrag - 30tausend Diesen Beitrag haben die Macher von 30Tausend – Psychologie, Charisma, Karriere verfasst. In ihren Gastartikeln zeigen sie Wege zum Erfolg auf und berichten dazu über allerlei interesssante Dinge aus dem Leben.

Sep 13

Freundlichkeit steigert die Attraktivität

freundlichkeit-sttraktivitaet1

Dass einem freundliche Menschen nicht nur sympathischer sondern auch attraktiver erscheinen, wurde bisher für eine subjektive Einschätzung gehalten. Doch nun wurde dieses auch wissenschaftlich bestätigt.

Positive Charaktereigenschaften wirken anziehend

In einer Studie der Monmouth Universität (New Jersey/USA) bekamen Probanden Bilder von Männern und Frauen vorgelegt und sollten angeben, wie attraktiv sie diese finden, und ob sie sich eine Freundschaft oder eine Partnerschaft mit ihnen vorstellen können. In einer zweiten Testreihe wurden den Probanden zusätzlich Informationen zu den Charaktereigenschaften der abgelichteten Personen gegeben. Die Personen, denen positive Charaktereigenschaften wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft zugesprochen wurden, wurden im Anschluss von den gleichen Personen attraktiver bewertet. Die Probanden konnten sich auch eher eine Freundschaft oder gar eine Beziehung mit den Personen mit positiven Charaktereigenschaften vorstellen. Ein Grund mehr, sich gentlemanlike zu verhalten.

Es kommt nicht allein auf Outfit und Körperbau an

Es müssen also nicht immer nur die Kleidung, Schminke und Accessoires sein, um in den Augen seiner Mitmenschen attraktiver zu erscheinen. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und ein Lächeln sind mindestens genauso wichtige Faktoren wie das Outfit und der Körperbau, um körperlich attraktiv zu erscheinen.

Ähnlicher Artikel: Frauen stehen auf den Typ Gentleman.

Aug 08

Frauen stehen auf den Typ Gentleman

paerchen

Gute Nachricht für alle Gentlemen. Studien und Umfragen sind immer wieder zu entnehmen, dass Frauen bei der Partnerwahl Männer mit guten Manieren und einem zuvorkommenden Wesen bevorzugen. Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass sich eine Frau in der Gegenwart eines Gentlemans ernst genommen und verstanden fühlt. Männer, die Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit an den Tag legen, wirken auf Frauen feinfühlig und fürsorglich. Zudem empfinden viele Frauen es als sympathisch und anziehend, wenn Männer ihrer Umwelt etwas geben, ohne dafür eine Gegenleistung einzufordern. Das gilt im Besonderen in einer Welt, in der sich bisweilen jeder selbst der Nächste zu sein scheint.

Soziales Verhalten liefert Rückschlüsse auf den gesellschaftlichen Status

Zudem sind das soziale Verhalten im Allgemeinen und gute Manieren im Besonderen ein klares Indiz für die Bildung und einen sozialen Status eines Menschen. Eine gute Bildung geht dabei häufig mit einem überdurchschnittlichen Einkommen einher. Die meisten Frauen suchen – ob bewusst oder instinktiv – einen Partner, der ihnen Sicherheit und Schutz bietet. Ein nicht unbedeutender Gesichtspunkt ist dabei die wirtschaftliche Situation des Mannes.

Gute Manieren kosten nichts

Es wäre aber viel zu kurz gegriffen, die weibliche Vorliebe für gute Manieren allein auf den finanziellen Aspekt zu beziehen, zumal gute Manieren nichts kosten. Auch ohne ein prall gefülltes Bankkonto signalisieren Höflichkeit, Fürsorge und Respekt einer Frau Zuneigung und Geborgenheit. Bei Frauen ist das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Zuneigung stärker ausgeprägt als bei Männern. Daher können Männer Frauen schon mit kleinen Gesten schmeicheln, wie zum Beispiel das Aufhalten einer Tür, einem freundlichen Lächeln oder einem kleinen Kompliment.

Ein Gentleman ist nicht berechnend

Gute Manieren hinterlassen bei Frauen also einen nachhaltigen positiven Eindruck. Diese aber als „plumpe Masche“ einzusetzen, wäre ein Widerspruch in sich. Ein wahrer Gentleman verfolgt natürlich seinen Weg, er ist dabei aber nicht berechnend und setzt seinen Charme nicht nur punktuell ein. Stattdessen lebt ein Gentleman Werte wie Anstand und Hilfsbereitschaft und identifiziert sich damit. Alles andere ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Nicht zuletzt, weil die meisten Frauen deutlich feinfühliger als die meisten Männer sind, und die wahren Absichten eines Mannes oft schnell erkennen.

Ähnlicher Artikel: Freundlichkeit steigert die Attraktivität.