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Feb 14

Woran sollen wir Aber-Glauben?

Woran sollen wir aberglauben?

Immer weniger Menschen bezeichnen sich als religiös, doch dem Aberglauben hängen nach wie vor sehr viele an. Der Gentleman-Blog geht dem Phänomen Aberglaube auf den Grund, untersucht wie Aberglauben entsteht und zeigt, wozu er nützt.

Aberglaube hat viele Gesichter

Was Aberglauben ist, wurde von den Menschen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Teilen der Welt unterschiedlich definiert. Der Begriff Aberglaube ist seit dem 15. Jahrhundert belegt und wurde ursprünglich dafür verwendet, Glaubenspraktiken zu brandmarken, die von der christlichen Religionslehre abwichen. Heute greifen moderne Religionskritiker Aberglauben und Religiosität als identische Geisteshaltungen an. Die meisten Menschen in der heutigen westlichen Welt verstehen unter dem Begriff Aberglauben Praktiken und Glaubenssätze, die (natur-)wissenschaftlich nicht zu beweisen sind. In anderen Teilen der Welt, beispielsweise in Afrika oder Asien, werden hingegen weniger strikte Grenzen zwischen Aberglaube und Wissenschaft gezogen, Magie oder Schamanen sind dort ganz selbstverständlich Teil des täglichen Lebens.

Trügerische Verknüpfung zwischen Ursache und Wirkung

Aberglauben entsteht durch die Herstellung einer trügerischen Verknüpfung zwischen Ursache und Wirkung. Menschen neigen dazu, zwischen Ereignissen einen kausalen Zusammenhang zu konstruieren, obwohl diese Ereignisse unabhängig voneinander stattfinden. Bei wiederholtem Auftreten von zwei Phänomenen baut der menschliche Geist wie selbstverständlich eine Gedankenbrücke auf. Schon wieder eine bärenstarke Präsentation vor dem Chef und der gesamten Belegschaft gehalten? Ohne mein Glücks-Amulett hätte ich das sicher nicht geschafft! Eine derartige Verknüpfung kann auch zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden: Ich trete, sonst ganz untypisch für mich, super souverän vor anderen auf, da ich mich sicher unter dem starken Schutz meines Talismans weiß. Der Glaube versetzt bekanntlich Berge, das ist mit dem Aberglauben nicht anders.

Menschen lieben den Aberglauben, ermöglicht er es ihnen doch scheinbar größere Kontrolle über eine unabwägbare Situation oder äußere Umstände auszuüben. Vor allem bei Sportlern, deren Erfolg oft von äußeren Faktoren abhängig sind, ist der Aberglaube deshalb weit verbreitet. Auch Kandidaten in TV-Spielshows stellen allzu gerne ihr magisches Mitbringsel zur Schau.

Der Gentleman und der Aberglaube

Der Gentleman kann grundsätzlich abergläubisch sein oder eben nicht. Wichtiger für den Gentleman ist es, anderen nicht den eigenen Glauben oder Unglauben aufzwingen zu wollen. Die Betrachtung des Phänomens Aberglauben lehrt uns, dass jeder Mensch, bedingt durch Religion, Kulturkreis oder Lebenserfahrung, in seiner eigenen geistigen Welt lebt und nach eigenen Antworten für die vielen Mysterien des Lebens sucht. Die Glaubenswelten eines anderen sind nicht wahrer oder unwahrer als unsere eigenen, denn glauben ist eben nicht wissen.

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