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Apr 08

Kommunikation: Typische Verhaltensweisen von Mann und Frau

kommunikation von mann und frau

Klischees haben oft einen wahren Kern. Das gilt auch fürs Thema Kommunikation, wo es ‚typisch männlich‘ und ‚typisch weiblich‘ gibt. Die klassische Meinungen lauten hier: Männer geben Lösungen, während Frauen Emotionen benötigen. Und das Reden an sich. Frauen wollen darüber reden, während Männer in Ruhe gelassen werden wollen. Noch mehr Klischees? Frauen tun sich mit strukturierten Statements schwer, Männer hingegen mit emotionaler Kommunikation.

Die Machtmittel der Kommunikation

Die Zuordnung in „männlich“ und „weiblich“ ist verbunden mit sozialen Rollen und den Machtverhältnissen. Das gilt für alltägliche Gespräche und auch für öffentliche Auftritte.

In der Kommunikation gibt es bestimmte Machtmittel. Diese werden stärker vor allem von Männern genutzt. Möchten Sie ein Gespräch angenehm gestalten, dann sollten Sie von diesen Machtmitteln nur vorsichtigen Gebrauch machen. Für Gentlemen gilt also: Beachten Sie die andere Seite, lernen Sie das eigene Repertoire kennen und setzen Sie die Machtmittel dosiert und gezielt wertschätzend ein. Die Machtmittel innerhalb eines Gesprächs sind:

Unterbrechungen

Hierbei geht es um das Ausreden lassen und darum, anderen die Möglichkeit zu geben, sich am Gespräch zu beteiligen.

Damit Gespräche gelingen (können), sollte es keine oder nur wenige Unterbrechungen geben. Zudem sollten die Redeanteile annähernd gleich sein, wobei es hierbei natürlich immer auf den Kontext und die Gesprächsart ankommt.

Sich positionieren

Wer bestimmt Themen?
Wer stellt Fragen? (Wer fragt, der führt!)
Wer erlangt wann das Wort?
Können die Themen strukturiert dargestellt werden?

Redeanteil

Hier entscheidet die Dauer der Äußerung. Wie viel Raum nimmt sich jemand für eigene Beiträge bzw. wird dem Redner zugestanden?

Je höher in der Hierarchie, desto mehr Redeanteil ist gesellschaftlich akzeptiert. Doch für alle Gesprächsbeteiligten muss es die Chance geben, sich mit ihren Themen einzubringen.

Wertaussagen

Bewertungen sind manchmal notwendig und hilfreich. Im Gespräch schaffen Sie damit allerdings schnell die Statuswippe: Wer hat den Hochstatus und dominiert die Situation?

Die Statuswippe ist Gift für Gespräche – vor allem, wenn die Beziehungsebene nicht geklärt ist. Das gilt beispielsweise für den Erstkontakt mit Kunden oder bei schwierigen Situationen.

Metaebene

Dieses Gesprächsmittel kann Klarheit über den Gesprächsverlauf schaffen. Wir klären Vorgehen, Dauer und bei Bedarf emotionale Befindlichkeiten. Dann folgt der Inhalt dem vereinbarten Prozedere.

Zu viel Metaebene raubt Zeit und verhindert Entscheidungen. Daher ist es sinnvoll, die Gesprächsmittel zu variieren.

Appelle

Aufforderungen zum Handeln sind aktivierend. Doch Ständige Aufforderungen nerven. Wenn dieses Mittel zu häufig verwendet wird, kommt es beim Gesprächspartner oft zur Resignation oder zur Rebellion. Eine der möglichen Folgen ist „Dienst nach Vorschrift“.

Tipps für Gespräche

Wichtig ist zu wissen, wie man auf andere wirkt. Dann sollten Sie für sich klären, was die gewünschte Wirkung sein soll. Letztlich gilt es, ein individuelles kommunikatives Repertoire zu entwickeln, um passgenau agieren zu können.

Außenwirkung kann bewusst hergestellt werden. Das geschieht durch die klare Platzierung von Botschaften, einen klaren Sprechstil und ein angemessenes Verhalten zum jeweiligen Kontext. Hierbei gilt: innere Haltung = äußere Wirkung. Mindset is everything!

Machmittel kennen und clever nutzen

Der Erfolg Ihrer Kommunikation beim Gesprächspartner entscheidet sich bei der Frage, ob Sie „etwas zur gemeinsamen Sache machen“ wollen. Denn genau das ist die Grundbedeutung von Kommunikation. Dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.

Nichtsdestotrotz haben Männer und Frauen in verschiedenen Lebensbereichen ihre entsprechenden Rollen. Im Einzelfall müssen wir genauer hinsehen und dem Menschen, der Aufgabe und dem Kontext gerecht werden. Dennoch: Machtspiele gehören mitunter dazu. Also Spielregeln lernen und Machtmittel clever nutzen. Nicht nur für Gentlemen bedeutet das: achtsamer Umgang miteinander – beruflich wie privat.

Übrigens, „am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.“ (Anton Tschechow)

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Die Autorin

Kerstin KöhlerSeit 1996 ist Kerstin Köhler Senior Executive Coach bei ExpertExecutive Frankfurt. Sie ist spezialisiert auf zielorientierte B2B-Kommunikation und erfolgreiche Wirtschaftsrhetorik für Entscheider. Ihre Themen: Souverän auftreten – clever kontern – sich in Verhandlungen durchsetzen – in den Medien überzeugen.



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